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Design - ICE II

This text is only available in German.


Rationale

Die vorbeugende, medikamentöse Behandlung von Brustkrebs nach der Operation stellt heute ein allgemein akzeptiertes Standardvorgehen dar. Bei über 130.000 Frauen konnte im Rahmen von klinischen Studien gezeigt werden, dass eine vorbeugende (adjuvante) Chemo- und/oder eine Hormontherapie zu einer Verringerung von Krankheitsrückfällen führt. Allerdings sind diese Studien fast ausschließlich bei Frauen durchgeführt worden, die bei der Operation 65 Jahre alt oder jünger waren. Obwohl etwa die Hälfte der neuen Brustkrebsdiagnosen bei Patientinnen über 64 Jahren gestellt wird, sind ältere Frauen weiterhin in klinischen Studien unterrepräsentiert und damit unterversorgt. Eine Polychemotherapie mit Epirubicin plus Cyclophosphamid (EC) oder CMF (Cyclophosphamid, Methotrexat, 5-Fluorouracil) bei der älteren Frau ist der alleinigen Therapie mit Capecitabine überlegen, wie aktuellste Daten einer internationalen Studie zeigen konnten.

Ziel unserer Studie ist es, die Verträglichkeit und Wirksamkeit der Chemotherapie bestehend aus Capecitabin und einem neuartigen an menschliches Eiweiß gebundenes Paclitaxel (Nab-Paclitaxel) in dieser Altersgruppe im Vergleich zu einer Chemotherapie mit Epirubicin und Cyclophosphamid oder CMF-Kombination bei älteren Patientinnen zu überprüfen.

Bei der Chemotherapie werden im Allgemeinen mehrere Medikamente zusammen in Form einer Infusion in eine Vene verabreicht. Jedes dieser Medikamente geht mit einer Reihe von Nebenwirkungen einher, die sich gegenseitig verstärken können. Die eventuell auftretenden Nebenwirkungen durch die Therapie, waren ein Grund, bei älteren Frauen häufiger keine Chemotherapie zu geben.

Mit Capecitabin (Xeloda®) steht heute ein neueres Medikament zur Verfügung, welches zum einen statt als Infusion als Tablette verabreicht werden kann und zum anderen eine sehr gute Verträglichkeit aufweist. Da es zudem als Einzelsubstanz eine der Kombinationstherapie vergleichbar hohe Wirksamkeit bei der Behandlung von Brustkrebs bewiesen hat, scheint es für eine vorbeugende Behandlung bei älteren Brustkrebspatientinnen sehr geeignet zu sein.

Neben der oben genannten Therapie gibt es einen weiteren medikamentösen, chemotherapeutischen Behandlungsansatz zur Senkung des Rückfallrisikos: die Therapie mit einem Taxan, z.B. Nab-Paclitaxel (Abraxane®). Nab-Paclitaxel ist das erste Albumin-gebundene Paclitaxel, bei dem die albumingebundene Nanopartikel-Technologie eingesetzt wird.

Es wurde bisher bei ca. 600 Patientinnen mit einer fortgeschrittenen Brustkrebserkrankung, bei denen die Erstlinien-Behandlung nicht ausreichend wirkungsvoll war und für die eine anthrazyklinhaltige Standardtherapie nicht indiziert war, in den USA geprüft. Eine erste Analyse der Daten zeigt, dass das lösungsmittelfreie Paclitaxel in Nanopartikeln zu einer höheren Wirksamkeit führte und nicht nebenwirkungsreicher als Paclitaxel war. Anhand dieser Ergebnisse wurde Nab-Paclitaxel (Abraxane®) bereits in 33 Länder für die Behandlung des metastasierten Mammakarzinoms zugelassen, darunter USA, Kanada und seit 2008 die Europäische Union.

 

Zielkriterien

Primäres Studienziel

  • Vergleich der Compliance und der Toxizitäten zwischen entweder nur Epirubicin plus Cyclophosphamid oder CMF (EC/CMF) mit der Kombination aus Capecitabin und Nab-Paclitaxel (PX).

Sekundäre Studienziele

  • Vergleich des krankheitsfreien Überlebens (DFS) und Fernmetastasen freien Überlebens (DDFS) zwischen Epirubicin plus Cyclophosphamid oder CMF (EC/CMF) mit der Kombination von Capecitabin und Nab-Paclitaxel (PX).
  • Vergleich des Gesamt-Überlebens (OS) zwischen Epirubicin plus Cyclophosphamid oder CMF (EC/CMF) mit der Kombination von Capecitabin und Nab-Paclitaxel (PX).
  • Untersuchung der Wirksamkeit der Therapie in Untergruppen entsprechend den klinischen Stratifikations-Faktoren.
  • Bestimmung der Prognosefaktoren im Tumorgewebe der Primäroperation und deren Korrelation mit dem Behandlungserfolg.
  • Vergleich der geriatrischen Beurteilung durch Charlson - vs. VES-13 Score oder einer anderen Methode abhängig von den Ergebnissen der ICE I Studie.

Studiendesign

Patientenkollektiv

Was macht eine ICE II Patient/in aus:

Die folgenden Punkte sind die charakterischen Eckpunkte der Ein- und Ausschlusskriterien und erhaben keine Vollständigkeit. Die Ein- und Ausschlusskriterien, sowie detailiertere Informationen zum Studiendesign erhalten Sie im Kurzprotokoll auf der "Unterlagen"-Seite.

  • Weibliche oder männliche Brustkrebspatient/innen im Alter zum Zeitpunkt der Diagnose ≥ 65 Jahren mit einem histologisch gesichertes primäres uni- oder bilaterales Mammakarzinom ohne Fern-metastasen.
  • Hochrisikopatient/innen:
    • Patient/innen mit einem Tumor Stage pT3/4.
      oder
    • Nodal-positive Patient/innen N2-N3 (d.h. ≥ 4 befallenen LK) unabhängig von zusätzlichen Risikofaktoren gemäß der histopathologischen oder uPA/PAI-1 Kriterien.
      oder
    • Nodal-positive Patient/innen N1 (d.h. 1-3 befallene LK) Patient/innen mit einem erhöhten Risiko gemäß der histopathologischen oder uPA/PAI-1 Kriterien.
      oder
    • Nodal-negative Patient/innen mit einem erhöhten Risiko gemäß der histopathologischen oder uPA/PAI-1 Kriterien.
  • ECOG Performance Status ≤ 2.
  • Charlson Score ≤ 2.